Kleine Entstehungsgeschichte:

  • Heimatbewegung - die ersten Schritte in Richtung Heimatverein

Der Heimatverein Sögel besteht in der heutigen Form seit 1983. Die eigentliche Heimatarbeit auf dem Hümmling setzte aber bereits schon im Jahre 1908 ein. Unter Führung des Werlter Apothekers Albert Trautmann bildete sich eine Gemeinschaft, die sich zum Ziele setzte, eine "Heimatbewegung" zu schaffen, um "den Heimatgedanken in weite Kreise der Bevölkerung tragen zu können".

 

Wenn man so will, wäre der Heimatverein, als legitimer Nachfolger der Heimatbewegung heute also bereits deutlich älter.

 

In der damaligen Heimatbewegung schlossen sich viele Gleichgesinnte zusammen, um mit ihrer Arbeit den Menschen die Eigenart, das Wesen und die Kultur des Hümmlings näher zu bringen, zu erhalten und die Liebe zur Heimat zu wecken.

 

Im Jahre 1910 brachte Albert Trautmann sein Buch "Hümmlinger Skizzen" heraus, worin sich mit großer Beobachtungsgabe seine Liebe zum Volkstum der Heimat widerspiegelt und er seine Heimat in einfachen und lebendigen Erzählungen schildert.

 

Sein Buch hatte ungeheueren Erfolg, ließ die Begeisterung und die Liebe zum alten Hümmling weiter wachsen und brachte der noch jungen "Heimatbewegung" einen starken Auftrieb.

 

Im Jahre 1911 wurde dann der "Hümmlinger Heimatbund" gegründet, dem sofort 250 Mitglieder beitraten.


 

Pfarrer Bernd Husmann

Zum ersten Vorsitzenden des neugegründeten "Hümmlinger Heimatbundes" wurde der Sögeler Pfarrer Bernhard Husmann gewählt.


 

Zum weiteren Vorstand gehörten als Schriftführer Rechtsanwalt Schlicht und als Rechnungsführer Katasterdirektor Gies, beide aus Sögel. Zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates wurde Apotheker Trautmann aus Werlte gewählt.


 

In der ersten Vereinssatzung, die am 19. Juni 1912 festgelegt und beschlossen wurde, hieß es. u.a., dass der Verein in das Vereinsregister unter dem Namen "Hümmlinger Heimatbund" mit Sitz in Sögel eingetragen werden soll und die Erforschung der Geschichte, der Altertümer des Hümmlings, alter Sagen, Sitten und Gebräuche, die Erhaltung und Sicherung der Denkmäler, naturhistorisch wichtige Arten der Fauna und Flora, sowie hervorragende landwirtschaftliche Bilder zum Ziele haben solle. Außerdem solle der Verein die Gründung eines Hümmlinger Museums ins Auge fassen.

 

Die Arbeit des "Hümmlinger Heimatbundes" und die Gründung des Heimatmuseums soll an anderer Stelle noch gewürdigt werden, soviel möge jedoch angemerkt sein, dass das erste Hümmlinger Heimatmuseum dann nach langwieriger Vorarbeit am 8. Dezember 1934 im Ludmillenhof in Sögel der Öffentlichkeit übergeben werden konnte. Die Begeisterung über das neue Heimatmuseum war so groß, das schon zur Eröffnung über 1000 Besucher kamen.


Bereits aber im Jahre 1943 wurde der Ludmillenhof auf Anordnung der NSDAP ausgeräumt, ohne dass der Heimatbund oder die Museumsleitung davon Kenntnis erhielten. 


Viele wertvolle Gegenstände gingen verloren oder wurden beschädigt. Der Rest wurde in den leerstehenden Marstall verfrachtet.


Das Kriegsgeschehen brachte dann im Frühjahr 1945 die restlose Zerstörung des Museums. Die Museumsgegenstände wurden von den Alliierten verschleppt oder vernichtet.

 

So wurde durch den zweiten Weltkrieg nicht nur das Museum, sondern auch die gesamte Heimatarbeit auf dem Hümmling wieder zerstört.

 

Der Mut zum Wiederaufbau war aber nicht gebrochen.


  • Gründungsversammlung des Heimatvereins Sögel

Am 18. März 1983 lud der Beauftragte der bisherigen "Heimatfreunde" Sögel, Franz Bahlmann, zur Gründungsversammlung des Heimat- und Verkehrsvereins Sögel in das Hotel Jansen ein.


In vielen Vorgesprächen und mit allen Vorsitzenden der Sögeler Vereine war es als erforderlich angesehen worden, einen neuen Heimatverein für Sögel ins Leben zu rufen, wobei die bisherige Heimatarbeit der Frauengemeinschaft, des Gesangvereins Harmonie, des Kulturkreises, der Kolpingkapelle und des Schützenvereins zusammengefasst werden sollte. Eine Konkurrenz zu den bestehenden Verbänden solle jedoch nicht stattfinden.


Zur Gründungsversammlung waren anwesend:

 

  • Kolpingkapelle Sögel mit Dirigent Gerd Hövelmann und 25 Mitgliedern,
  • Frauengemeinschaft Sögel mit der Vorsitzenden Ursula Schmees und 20 Mitgliedern,
  • Bürgermeister Josef Borghorst, Samtgemeindebürgermeister Hermann Beimesche, Samtgemeindedirektor Hans Grote, Ehrenbürger Theo Kröger, Dr. Hubert Hanenkamp (Vors. des Kreisheimatvereins ASD-Hümmling), Museumsdirektor Ekkehard Wagner, Georg Schmidt (Vors. Kulturkreis Sögel), Werner Franke (Emsl. Heimatbund) und weitere 40 Bürgerinnen und Bürger aus Sögel.

Bei der von SG-BM Hermann Beimesche geleiteten Wahl zum ersten Vorsitzenden wurde mit einstimmigem Beschluss Franz Bahlmann gewählt.

 

Weitere Wahlergebnisse:

  • Stellv. Vorsitzender Hermann Schulte,
  • Schriftführerin Walburga Wübben
  • Schatzmeister Bernhard Quappen

Arbeitskreise:

  • Ortsgeschichte Holger Lemmermann,
  • Brauchtum Grete Feldmann
  • Wanderwege Gerd Kröger
  • Fremdenverkehr Norbert Kuhr
  • Landschaftsschutz Stefan Möhlenkamp
  • Festausschuss Ekkehard Schlicht
  • Archäologie Ekkehard Wagner

Nach der Verteilung der Beitrittserklärungen sind bei dieser Gründungsversammlung 60 Anwesende in den neuen Heimatverein eingetreten.

 

Umrahmt wurde die Versammlung durch musikalische Beiträge der Kolpingkapelle, Tanzeinlagen der Sögeler Volkstanzgruppe, sowie Einlagen der Sögeler Frauengemeinschaft.


Die Festansprache hielt der Geschäftsführer des Emsländischen Heimatbundes, Dr. Werner Franke über das Thema "Heimatarbeit heute".


 

(Quelle: Heinz Schmees, Sögel)